Samstag, 4. April 2015
justanothernerdylife, 20:31h
Dieser Blog ist für mich. Und zwar eigentlich nur für mich. Er ist nicht dazu gedacht ihn an Freunde zu schicken oder in irgendeiner Art und Weise populär zu machen. Wer mich kennt wird mich in den Texten und den Bildern wiederfinden. Wer nicht und trotzdem unter seltsamen umständen hier gelandet ist kann sich ein Bild von mir machen und findet vielleicht gefallen an dem geschriebenen. Ich werde hier versuchen nach Möglichkeit keine Namen zu nennen. Ich werde von mir nur als „Ich“ reden, sollten andere Personen vorkommen unter umständen Pseudonyme verwenden. Den Blog führe ich als eine Art Tagebuchersatz in digitaler Form und weltweitem Zugriff. Eventuell um mich später an dem geschriebenen belustigen zu können, über vergangene Zeit nachzudenken oder auch als eine Art Selbsttherapie. Mir geht es zurzeit gut. Zumindest denkt das mein komplettes Umfeld. Ich kann mich gut verstellen. Innerlich bin ich derzeit ziemlich leer und versuche herauszufinden wie es nun weitergeht. Wie ich wieder Glück in mein Leben bekomme. Nun aber erst einmal zu mir und meinem Vergangenen Leben.
Ich bin derzeit 21 Jahre alt, habe den Großteil meines Lebens also noch vor mir. Meine frühe Kindheit verlief relativ normal. Ich war recht aufgeweckt, man kann denke ich durchaus von hyperaktiv reden. Und vor allem war ich eins: NEUGIERIG. Und zwar sehr. Eventuell meinem Umfeld etwas zu sehr. Gerade Naturwissenschaftlicher art. So kam ich in die Grundschule, ab der dritten Klasse gab es Noten und ich stand auf einem Schnitt von 1,1. Wieso 1,1? Weil ich klein, dick und unsportlich war! Vielleicht nicht dick, aber zumindest etwas pummelig. Die vierte Klasse sollte ich überspringen, wollte es aber nicht da ich mit meinen Freunden zusammenbleiben wollte. Ich bin im übrigen immer noch froh das ich es nicht getan hatte. Ende der vierten Klasse war dann die Überlegung mich auf ein Hochbegabteninternat zu versetzen oder auf das örtliche Gymnasium. GOTTSEIDANK entschied ich mich zusammen mit meinen Eltern für das Gymnasium sonst wäre ich jetzt wohl noch verschobener als ich eh schon bin. Anfang der 5ten Klasse hatte ich es nicht sonderlich leicht. Ich war ein ziemlicher Klugscheißer im nachhinein gesehen, was mir nicht besonders viel Freunde brachte. Auch fing hier meine Nerdseite an sich so richtig zu entwickeln... Kommt natürlich super gut an bei frühpupertären Klassenkamerraden. Aber ich zog meinen Weg durch und ich hatte meine Freunde! Gute Freunde! So kam es das ich anfing mir Zuhause ein Labor einzurichten. Und kein Kinderlabor, nein es war ein wissenschaftliches Labor, ein RICHTIGES Labor, das mittlerweile einen Wert von knappen 30.000€ haben dürfte, dazu später mehr. Ich find also an zu forschen, Studienlektüre zu lesen und wissenschaftlich wirklich viel zu arbeiten. In der siebten Klasse nahm ich bei Jugend-forscht das erste mal Teil. Schwups, Landeswettbewerb gewonnen. 3000€ Preisgeld eingesteckt und das höchste erreicht, was es für mich zu erreichen gab. Es wurde ein IQ-Test veranlasst und ich erhielt das dort höchste Ergebniss von 139 IQ Punkten. Toll. Und was nun? Mich hatte meine Motivation verlassen. Also fing ich an Fahrrad zu fahren. Am Skatepark, im Wald. Hier find die Zeit an in der ich „cool“ sein wollte, was dann meiner Meinung nach langsam auch geschah. Mein Notenschnitt sank von 1.2 auf 3.2, ich war grottig in Englisch und im nächsten Jahr auch Latein. Ich sonderte mich von meinen Urgroßeltern ab, welche im gleichen Haus lebten, und bei denen ich eigentlich bis dahin jeden Nachmittag meines Lebens verbrachte, sei es bei ihnen in der Wohnung oder mit ihnen im Garten. Im Nachhinein gesehen schade, ich hätte mehr Zeit mit ihnen verbringen sollen. Meine Forschung war auf Eis gelegt, was sollte ich denn auch noch erreichen? Ich hatte das höchste erreicht was es in diesem Alter zu erreichen gab! Dafür fixierte ich mich auf den Sport! Und ich wurde gut. Mit 15 war ich deutscher Meister im Downhillcup und auch auf den Skateparks der Region war ich der beste Fahrer. Es war wie bei allen Zielen die ich mir vorgenommen habe. Ich habe sie erreicht. In der achten Klasse viel ich vor lauter „Coolness“ dann plötzlich durch. Wegen Latein und Englisch. Eigentlich vorhersehbar. Ich war mein ganzes Leben gewohnt alles was ich einmal gehört hatte zu Wissen. Das geht in den meisten Fächern auch extrem gut. Nur nicht in Fächern in denen man Vokablen lernen muss. Die nächsten 2 Jahre verliefen in etwa gleich. Ich hatte gute Freunde, war jedes Wochenende betrunken, distanzierte mich von Schule, Eltern, Forschung und allem was nicht Cool war. Im Sport war ich gut, hatte meine erste Freundin, ein relativ normales Teenagerleben eben. Nebenbei habe ich jede Ferien gearbeitet. Wieso? Weil ich von meinen Eltern nicht wirklich was bekam. Wieso noch? Weil Geld einfach geil ist! Mit 17, als ich das zweite mal Durchgefallen war, habe ich dann damit begonnen mein Leben zu überdenken. Wieso gegen alles Querstellen? Wieso sollte man Uncool sein nur weil man nunmal scheiß Schlau ist? Klar raushängen lasse ich das jetzt auch nichtmehr, das weckt nicht unbedingt Sympathie, aber sollte das nicht eigentlich eine bewundernswerte Eigenschaft sein? Ich könnte etwas erreichen! Ich nahm wieder bei Jugend-forscht teil. Und siehe da die Leute fanden es plötzlich nichtmehr uncool. Ich Gewann wieder. 5000€ Preisgeld. Ich war glücklich! Ich wollte weiter forschen, meinem Leben EINEN GROßEN SINN geben. Und ich habe es getan. Aufgrund dieser Arbeit wurde ich auch als erster Minderjährige zum Forschungsinstitut Cern eingeladen, der größte Teilchenbeschleuniger der Welt! ALS ERSTER! Ich war hin und weg. Es waren einige Artikel in Fachzeitschriften über mich zu lesen, bedeutende Wissenschaftler kannten meinen Namen und kamen auf MICH zu! Ich setzte mir wie so oft im Leben ein Ziel. Nur diesmal ein extrem hohes. Ich wollte als erster Mensch der Welt mit privaten Mitteln einen funktionierenden Kernfusionsreaktor bauen. Und nichtnur das. Ich Entwickelte ein neuartiges System und patentierte es. Dies dauerte 3 Jahre. In der Zwischenzeit besuchte ich die Oberstufe und kam mit IHR zusammen.
SIE war die Person die mich seit 5 Jahren wollte. SIE war 3 Jahre jünger als ich, weshalb ich es immer für eine schlechte Idee hielt. Aber eins weiß ich nun. SIE war DIE Person. Die Person die mich gebrochen hat, aber auch die Person, welche die besten Jahre meines bisherigen Lebens mit mir verbrachte. Ich entschied mich der Sache eine Chance zu geben. Und auch wenn ich Anfangs etwas Bockmist gebaut hatte, ich habe gemerkt das es anders war als bisher. Ich konnte mir eine Zukunft mit ihr vorstellen. Ich habe gelernt was Liebe ist, und das es wohl alles andere ersetzen kann. Ich war so glücklich wie noch nie in meinem Leben. Es lief alles perfekt. Das Fahrradfahren habe ich ihr zuliebe aufgegeben. Ich wollte maximal viel Zeit mit ihr verbringen. Dann war es also so weit. Ich beendete nach vielen Hürden meine Jugend-forscht Arbeit. Mit vielen Hürden meine ich die Schule. Ich wurde als verrückt abgestempelt, es wurde extrem negativ über mich geredet und es wurden alle Mittel daran gesetzt meine Sponsoren zu vergraulen und das Projekt nicht zu ermöglichen.
Aber ich hatte es geschafft! Mein Patent funktionierte! Und das mit 70.000 Fusionen pro Sekunde! Das war eine Sensation! Ich reichte die Arbeit also bei Jugend-forscht, beim Doktor-Hans-Riegel-Fachpreis, dem Deutsch-Physikalischen Fachpreis und als Seminararbeit ein. PAM, Schlag ins Gesicht. Seminararbeit, 14 Punkte. Wieso 14? Ich hatte etwas NEUES entdeckt. Es war meine Erfindung! Darin steckten 3 Jahre Arbeit, über 10.000 gelesene Buchseiten und zig Arbeitsstunden. Jemand anders bekam auch 15. Ich fühlte mich irgendwie verarscht. Doch dann war es soweit. Jugend Forscht – SIEG! Dr.Hans-Riegel-Fachpreis – SIEG. Deutsche Physikalische Gesellschaft – SIEG! Leck mich Schule! Ich bekam knappe 15.000€ Preisgeld, eine Einladung für Vorträge an 3 Unis und dem Max-Planck-Institut, einen Forschungsvertrag mit dem Max-Planck-Istitut und ein Stipendium. Und Interesse an meinem Patent! Ich war und bin in der Forscherszene bekannt und habe ein Patent für 75.000€ verkauft. Bin sportlich, habe mein Abitur, fange an zu studieren und eine Freundin die ich mir nicht besser vorstellen könnte.
Ein Jahr zuvor hatte ich noch eine Firma gegründet. Nun ziemlich viel Zeit, und siehe da sie lief! 20.000€ Jahresumsatz im ersten Jahr! Nur mit Drohnen, ohne überhaupt zu Fotographieren oder etwas anderes zu tun!
Klar ich fotographiere gerne und es bringt Geld, aber ich würde behaupten ich mache es eher aus Leidenschaft als wegen des Geldes. Mein Leben war perfekt!
Und dann veränderte sich etwas. Das war etwa im November 2014. Kurz vor meinem 21. Geburtstag. Meine Freundin wurde abweisender zu mir. Ich habe ihr alles gegeben was ich hab. Ich habe ihr viele teure Geschenke gemacht. Das ging soweit das es auch mal ein Iphone zum Valentinstag gab. War mir egal, ich hatte genug Geld, sie sehr wenig. Aber sie veränderte sich. Stark. Es war kurz vor ihrem 18ten Geburtstag. Sie fing an oberflächlich zu werden. Eine Eigenschaft die ich nicht ausstehen kann und weil sie dies nicht war fand ich sie so toll! Sie fing an sich Wimpern anzukleben und sich übertrieben zu schminken. Sie wurde abweisend. Ich gab, sie nahm und es kam nichtmehr soviel wie früher einmal. Gleichzeitig habe ich gemerkt das ich viele gute Freunde im laufe der Zeit extrem vernachlässigt habe. Meine Zeit und mein Leben war nurnoch auf sie ausgerichtet. Zu diesem Zeitpunkt überlegte ich Schluss zu machen, ich habe gemerkt das auch meine Gefühle weniger wurden. Aber ich wollte der alten Zeiten wegen nicht, ich wollte nicht alles wegwerfen! Und dann starb mein Uropa. Klar, er war 84, aber durch die Umstände bei ihm aufgewachsen zu sein traf mich das ganze doch immens. Und wer war für mich da? Niemand. Meine Freundin sah ich die ganze Woche nicht, sie war zu beschäftigt mit schlafen, lernen und ins Fitnessstudio zu rennen. Ich schlang alles in mich hinein, ich lies mir nichts anmerken. Es dauerte keine zwei Wochen und mein Opa starb. Als die Nachricht kam war meine Freundin bei mir. Sie schlief, ich weinte. Sie wachte auf und ich habe ihr erzählt was passiert ist. Als Antwort kam ist besser so. WIESO? Er war absolut gesund. Dann kam nurnoch ich soll sie nicht nerven und sie schlief weiter. Kein Wort mehr. Am nächsten Tag fuhr sie. Krass... Wieder 4 Tage keine Zeit.
Dann kam sie 3 mal die Woche, das sah so aus: Sie ging ins Fitnessstudio, kam zu mir, ich habe für sie gekocht, sie schlief. Irgendetwas hat nicht gestimmt.
2 Monate später war dann Schluss. Sie hätte keine Gefühle mehr, ich wär ihr aber immernoch wichtig. Wie wichtig merke ich jetzt nach 2 Monaten. Es kam kein Wort mehr von ihr.
Hier bin ich jetzt an dem Punkt wo ich mich frage wie es weiter geht. Ich will sie nicht wieder, ich kann ihr nichtmehr vertrauen da bin ich mir sicher. Ich hätte gerne eine neue Person die ich mir anvertrauen kann, die ich lieben kann, die mir hilft über die Sache hinwegzukommen. Ich habe angefangen mit jemandem zu schreiben. Das verlief gut. Anfang. Wir standen aufeinander, wollten unbedingt etwas machen, bin sie erfuhr das ich erst 2 Monate nichtmehr mit meiner Exfreundin zusammen bin. Sie meinte es ist zu früh. Seitdem bekomme ich keine Antwort mehr, obwohl wir ja „Freunde“ bleiben wollten. Wieso sollte man so etwas an einer Dauer festlegen können? Ich kann einschätzen wann es zu früh ist, das ist es nicht. Ich hatte gehofft mit ihr jemanden zu finden um über sie hinwegzukommen. Noch ein Fehlschlag, noch weniger Selbstvertrauen, noch mehr Angst. Ich bin froh nichtmehr mit ihr zusammen zu sein! Mich nichtmehr stressen zu müssen wegen nichts und wieder nichts. Mich nichtmehr entschuldigen zu müssen für Sachen die sie verbockt hatte! Es ist gut das es ein Ende hat. Es war der richtige Zeitpunkt deshalb bin ich auch nicht böse auf sie. Und ich bin glücklich und dankbar für die Zeit die wir hatten! Das sie mich all die Zeit begleitet hat die mich wirklich geprägt hat! Bei meinen größten Erfolgen in meinem Leben! Aber ich kann mir das mit ihr nichtmehr vorstellen. Das Vertrauen fehlt, die Liebe fehlt.
Wo stehe ich jetzt?
Ich habe Geld, mittlerweile wirklich viel Geld für mein Alter. Mein derzeitiger Kontostand beträgt 127.297,98€. Mein Lebenslauf ist durch alle Auszeichnungen 3 Seiten lang, das schaffen viele Leute in ihrem ganzen Leben nicht. Ich habe eine Wohnung, ich habe ein Motorrad und überlege mir ein wirklich geiles Auto zu kaufen. Ich bin der beste in meinem Studiengang und für mein Wissenschaftliches Genie bekannt. Ich habe einen IQ von 139, 6 feste Jobzusagen mit einem Jahreseinkommen von mehr als 120.000€ Einstiegsgehalt. Aber ich bin nicht glücklich, ich bin leer. Meine Freunde habe ich noch, nur hat sich hier auch alles verändert und die Freundschaften sind nichtmehr so wie sie mal waren. Ich habe sie in den letzten 2,5 Jahren wohl doch etwas viel schleifen lassen. Viele haben einen anderen Lebensmittelpunkt, Studium, Arbeit, Freundin. Es ist nichtmehr so wie vor 5 Jahren als es einfach nur die „Clique“ gab und alles andere Nebensache war. Ich trau mich nicht mit irgendjemandem über die ganze Sache zu reden. Ich trau mich nicht ein Mädchen kennenzulernen mit der Angst wieder verletzt zu werden. Ich trau mich nicht einem Mädchen meine Gefühle zu zeigen mit der Angst abgewiesen zu werden. Eventuell kenne ich da ja jemanden, schon seit längerem, aber wie auf die Person zu gehen? Merkt sie es überhaupt? Wie mit Abweisung umgehen? Wie Selbstvertrauen bekommen? Mache ich damit die Freundschaft kaputt? Mich lächerlich? Ich mache stur weiter in meinem nach außen hin so perfektem Leben. Ich bin soweit das ich seit 3 Wochen Antidepressiva nehme und mich trotzdem schlecht fühle. Meine Eltern und Freunde wissen davon nichts. Ich kann so etwas einfach gut verstecken. Und genau diese Umstände führen dazu, dass ich mich noch weniger traue mich jemandem anzuvertrauen. In der Angst als komisch oder seltsam abgestempelt zu werden. Ich habe absolut kein Selbstvertrauen mehr. Ich denke zu rational und zu viel.
Dieser Text soll nicht missverstanden werden und angeberisch wirken. Jeder der mich kennt oder kennenlernt weiß das ich zurückhaltend bin. Die wenigsten Leute wissen was ich bisher erreicht oder geleistet habe. Ich will das auch nicht, die meisten fühlen sich sofort eingeschüchtert und verstellen sich dadurch. Oder werden einfach nur zu „falschen Freunden“.
Eins weiß ich jetzt, was ich mir noch vor ein paar Jahren nicht hätte vorstellen können.
Geld allein macht nicht glücklich, auch wenn viele Leute das denken.
Man kann einer Beziehung nachtrauern und trotzdem bereit für etwas neues sein weil man die alte Person nichtmehr will. Traurig ist man deshalb doch noch. Nur ist eine neue Person das Beste um eine alte zu vergessen.
Smile, because it confuses people.
Smile, because it´s easier than explaining what´s killing you inside.
Ich bin derzeit 21 Jahre alt, habe den Großteil meines Lebens also noch vor mir. Meine frühe Kindheit verlief relativ normal. Ich war recht aufgeweckt, man kann denke ich durchaus von hyperaktiv reden. Und vor allem war ich eins: NEUGIERIG. Und zwar sehr. Eventuell meinem Umfeld etwas zu sehr. Gerade Naturwissenschaftlicher art. So kam ich in die Grundschule, ab der dritten Klasse gab es Noten und ich stand auf einem Schnitt von 1,1. Wieso 1,1? Weil ich klein, dick und unsportlich war! Vielleicht nicht dick, aber zumindest etwas pummelig. Die vierte Klasse sollte ich überspringen, wollte es aber nicht da ich mit meinen Freunden zusammenbleiben wollte. Ich bin im übrigen immer noch froh das ich es nicht getan hatte. Ende der vierten Klasse war dann die Überlegung mich auf ein Hochbegabteninternat zu versetzen oder auf das örtliche Gymnasium. GOTTSEIDANK entschied ich mich zusammen mit meinen Eltern für das Gymnasium sonst wäre ich jetzt wohl noch verschobener als ich eh schon bin. Anfang der 5ten Klasse hatte ich es nicht sonderlich leicht. Ich war ein ziemlicher Klugscheißer im nachhinein gesehen, was mir nicht besonders viel Freunde brachte. Auch fing hier meine Nerdseite an sich so richtig zu entwickeln... Kommt natürlich super gut an bei frühpupertären Klassenkamerraden. Aber ich zog meinen Weg durch und ich hatte meine Freunde! Gute Freunde! So kam es das ich anfing mir Zuhause ein Labor einzurichten. Und kein Kinderlabor, nein es war ein wissenschaftliches Labor, ein RICHTIGES Labor, das mittlerweile einen Wert von knappen 30.000€ haben dürfte, dazu später mehr. Ich find also an zu forschen, Studienlektüre zu lesen und wissenschaftlich wirklich viel zu arbeiten. In der siebten Klasse nahm ich bei Jugend-forscht das erste mal Teil. Schwups, Landeswettbewerb gewonnen. 3000€ Preisgeld eingesteckt und das höchste erreicht, was es für mich zu erreichen gab. Es wurde ein IQ-Test veranlasst und ich erhielt das dort höchste Ergebniss von 139 IQ Punkten. Toll. Und was nun? Mich hatte meine Motivation verlassen. Also fing ich an Fahrrad zu fahren. Am Skatepark, im Wald. Hier find die Zeit an in der ich „cool“ sein wollte, was dann meiner Meinung nach langsam auch geschah. Mein Notenschnitt sank von 1.2 auf 3.2, ich war grottig in Englisch und im nächsten Jahr auch Latein. Ich sonderte mich von meinen Urgroßeltern ab, welche im gleichen Haus lebten, und bei denen ich eigentlich bis dahin jeden Nachmittag meines Lebens verbrachte, sei es bei ihnen in der Wohnung oder mit ihnen im Garten. Im Nachhinein gesehen schade, ich hätte mehr Zeit mit ihnen verbringen sollen. Meine Forschung war auf Eis gelegt, was sollte ich denn auch noch erreichen? Ich hatte das höchste erreicht was es in diesem Alter zu erreichen gab! Dafür fixierte ich mich auf den Sport! Und ich wurde gut. Mit 15 war ich deutscher Meister im Downhillcup und auch auf den Skateparks der Region war ich der beste Fahrer. Es war wie bei allen Zielen die ich mir vorgenommen habe. Ich habe sie erreicht. In der achten Klasse viel ich vor lauter „Coolness“ dann plötzlich durch. Wegen Latein und Englisch. Eigentlich vorhersehbar. Ich war mein ganzes Leben gewohnt alles was ich einmal gehört hatte zu Wissen. Das geht in den meisten Fächern auch extrem gut. Nur nicht in Fächern in denen man Vokablen lernen muss. Die nächsten 2 Jahre verliefen in etwa gleich. Ich hatte gute Freunde, war jedes Wochenende betrunken, distanzierte mich von Schule, Eltern, Forschung und allem was nicht Cool war. Im Sport war ich gut, hatte meine erste Freundin, ein relativ normales Teenagerleben eben. Nebenbei habe ich jede Ferien gearbeitet. Wieso? Weil ich von meinen Eltern nicht wirklich was bekam. Wieso noch? Weil Geld einfach geil ist! Mit 17, als ich das zweite mal Durchgefallen war, habe ich dann damit begonnen mein Leben zu überdenken. Wieso gegen alles Querstellen? Wieso sollte man Uncool sein nur weil man nunmal scheiß Schlau ist? Klar raushängen lasse ich das jetzt auch nichtmehr, das weckt nicht unbedingt Sympathie, aber sollte das nicht eigentlich eine bewundernswerte Eigenschaft sein? Ich könnte etwas erreichen! Ich nahm wieder bei Jugend-forscht teil. Und siehe da die Leute fanden es plötzlich nichtmehr uncool. Ich Gewann wieder. 5000€ Preisgeld. Ich war glücklich! Ich wollte weiter forschen, meinem Leben EINEN GROßEN SINN geben. Und ich habe es getan. Aufgrund dieser Arbeit wurde ich auch als erster Minderjährige zum Forschungsinstitut Cern eingeladen, der größte Teilchenbeschleuniger der Welt! ALS ERSTER! Ich war hin und weg. Es waren einige Artikel in Fachzeitschriften über mich zu lesen, bedeutende Wissenschaftler kannten meinen Namen und kamen auf MICH zu! Ich setzte mir wie so oft im Leben ein Ziel. Nur diesmal ein extrem hohes. Ich wollte als erster Mensch der Welt mit privaten Mitteln einen funktionierenden Kernfusionsreaktor bauen. Und nichtnur das. Ich Entwickelte ein neuartiges System und patentierte es. Dies dauerte 3 Jahre. In der Zwischenzeit besuchte ich die Oberstufe und kam mit IHR zusammen.
SIE war die Person die mich seit 5 Jahren wollte. SIE war 3 Jahre jünger als ich, weshalb ich es immer für eine schlechte Idee hielt. Aber eins weiß ich nun. SIE war DIE Person. Die Person die mich gebrochen hat, aber auch die Person, welche die besten Jahre meines bisherigen Lebens mit mir verbrachte. Ich entschied mich der Sache eine Chance zu geben. Und auch wenn ich Anfangs etwas Bockmist gebaut hatte, ich habe gemerkt das es anders war als bisher. Ich konnte mir eine Zukunft mit ihr vorstellen. Ich habe gelernt was Liebe ist, und das es wohl alles andere ersetzen kann. Ich war so glücklich wie noch nie in meinem Leben. Es lief alles perfekt. Das Fahrradfahren habe ich ihr zuliebe aufgegeben. Ich wollte maximal viel Zeit mit ihr verbringen. Dann war es also so weit. Ich beendete nach vielen Hürden meine Jugend-forscht Arbeit. Mit vielen Hürden meine ich die Schule. Ich wurde als verrückt abgestempelt, es wurde extrem negativ über mich geredet und es wurden alle Mittel daran gesetzt meine Sponsoren zu vergraulen und das Projekt nicht zu ermöglichen.
Aber ich hatte es geschafft! Mein Patent funktionierte! Und das mit 70.000 Fusionen pro Sekunde! Das war eine Sensation! Ich reichte die Arbeit also bei Jugend-forscht, beim Doktor-Hans-Riegel-Fachpreis, dem Deutsch-Physikalischen Fachpreis und als Seminararbeit ein. PAM, Schlag ins Gesicht. Seminararbeit, 14 Punkte. Wieso 14? Ich hatte etwas NEUES entdeckt. Es war meine Erfindung! Darin steckten 3 Jahre Arbeit, über 10.000 gelesene Buchseiten und zig Arbeitsstunden. Jemand anders bekam auch 15. Ich fühlte mich irgendwie verarscht. Doch dann war es soweit. Jugend Forscht – SIEG! Dr.Hans-Riegel-Fachpreis – SIEG. Deutsche Physikalische Gesellschaft – SIEG! Leck mich Schule! Ich bekam knappe 15.000€ Preisgeld, eine Einladung für Vorträge an 3 Unis und dem Max-Planck-Institut, einen Forschungsvertrag mit dem Max-Planck-Istitut und ein Stipendium. Und Interesse an meinem Patent! Ich war und bin in der Forscherszene bekannt und habe ein Patent für 75.000€ verkauft. Bin sportlich, habe mein Abitur, fange an zu studieren und eine Freundin die ich mir nicht besser vorstellen könnte.
Ein Jahr zuvor hatte ich noch eine Firma gegründet. Nun ziemlich viel Zeit, und siehe da sie lief! 20.000€ Jahresumsatz im ersten Jahr! Nur mit Drohnen, ohne überhaupt zu Fotographieren oder etwas anderes zu tun!
Klar ich fotographiere gerne und es bringt Geld, aber ich würde behaupten ich mache es eher aus Leidenschaft als wegen des Geldes. Mein Leben war perfekt!
Und dann veränderte sich etwas. Das war etwa im November 2014. Kurz vor meinem 21. Geburtstag. Meine Freundin wurde abweisender zu mir. Ich habe ihr alles gegeben was ich hab. Ich habe ihr viele teure Geschenke gemacht. Das ging soweit das es auch mal ein Iphone zum Valentinstag gab. War mir egal, ich hatte genug Geld, sie sehr wenig. Aber sie veränderte sich. Stark. Es war kurz vor ihrem 18ten Geburtstag. Sie fing an oberflächlich zu werden. Eine Eigenschaft die ich nicht ausstehen kann und weil sie dies nicht war fand ich sie so toll! Sie fing an sich Wimpern anzukleben und sich übertrieben zu schminken. Sie wurde abweisend. Ich gab, sie nahm und es kam nichtmehr soviel wie früher einmal. Gleichzeitig habe ich gemerkt das ich viele gute Freunde im laufe der Zeit extrem vernachlässigt habe. Meine Zeit und mein Leben war nurnoch auf sie ausgerichtet. Zu diesem Zeitpunkt überlegte ich Schluss zu machen, ich habe gemerkt das auch meine Gefühle weniger wurden. Aber ich wollte der alten Zeiten wegen nicht, ich wollte nicht alles wegwerfen! Und dann starb mein Uropa. Klar, er war 84, aber durch die Umstände bei ihm aufgewachsen zu sein traf mich das ganze doch immens. Und wer war für mich da? Niemand. Meine Freundin sah ich die ganze Woche nicht, sie war zu beschäftigt mit schlafen, lernen und ins Fitnessstudio zu rennen. Ich schlang alles in mich hinein, ich lies mir nichts anmerken. Es dauerte keine zwei Wochen und mein Opa starb. Als die Nachricht kam war meine Freundin bei mir. Sie schlief, ich weinte. Sie wachte auf und ich habe ihr erzählt was passiert ist. Als Antwort kam ist besser so. WIESO? Er war absolut gesund. Dann kam nurnoch ich soll sie nicht nerven und sie schlief weiter. Kein Wort mehr. Am nächsten Tag fuhr sie. Krass... Wieder 4 Tage keine Zeit.
Dann kam sie 3 mal die Woche, das sah so aus: Sie ging ins Fitnessstudio, kam zu mir, ich habe für sie gekocht, sie schlief. Irgendetwas hat nicht gestimmt.
2 Monate später war dann Schluss. Sie hätte keine Gefühle mehr, ich wär ihr aber immernoch wichtig. Wie wichtig merke ich jetzt nach 2 Monaten. Es kam kein Wort mehr von ihr.
Hier bin ich jetzt an dem Punkt wo ich mich frage wie es weiter geht. Ich will sie nicht wieder, ich kann ihr nichtmehr vertrauen da bin ich mir sicher. Ich hätte gerne eine neue Person die ich mir anvertrauen kann, die ich lieben kann, die mir hilft über die Sache hinwegzukommen. Ich habe angefangen mit jemandem zu schreiben. Das verlief gut. Anfang. Wir standen aufeinander, wollten unbedingt etwas machen, bin sie erfuhr das ich erst 2 Monate nichtmehr mit meiner Exfreundin zusammen bin. Sie meinte es ist zu früh. Seitdem bekomme ich keine Antwort mehr, obwohl wir ja „Freunde“ bleiben wollten. Wieso sollte man so etwas an einer Dauer festlegen können? Ich kann einschätzen wann es zu früh ist, das ist es nicht. Ich hatte gehofft mit ihr jemanden zu finden um über sie hinwegzukommen. Noch ein Fehlschlag, noch weniger Selbstvertrauen, noch mehr Angst. Ich bin froh nichtmehr mit ihr zusammen zu sein! Mich nichtmehr stressen zu müssen wegen nichts und wieder nichts. Mich nichtmehr entschuldigen zu müssen für Sachen die sie verbockt hatte! Es ist gut das es ein Ende hat. Es war der richtige Zeitpunkt deshalb bin ich auch nicht böse auf sie. Und ich bin glücklich und dankbar für die Zeit die wir hatten! Das sie mich all die Zeit begleitet hat die mich wirklich geprägt hat! Bei meinen größten Erfolgen in meinem Leben! Aber ich kann mir das mit ihr nichtmehr vorstellen. Das Vertrauen fehlt, die Liebe fehlt.
Wo stehe ich jetzt?
Ich habe Geld, mittlerweile wirklich viel Geld für mein Alter. Mein derzeitiger Kontostand beträgt 127.297,98€. Mein Lebenslauf ist durch alle Auszeichnungen 3 Seiten lang, das schaffen viele Leute in ihrem ganzen Leben nicht. Ich habe eine Wohnung, ich habe ein Motorrad und überlege mir ein wirklich geiles Auto zu kaufen. Ich bin der beste in meinem Studiengang und für mein Wissenschaftliches Genie bekannt. Ich habe einen IQ von 139, 6 feste Jobzusagen mit einem Jahreseinkommen von mehr als 120.000€ Einstiegsgehalt. Aber ich bin nicht glücklich, ich bin leer. Meine Freunde habe ich noch, nur hat sich hier auch alles verändert und die Freundschaften sind nichtmehr so wie sie mal waren. Ich habe sie in den letzten 2,5 Jahren wohl doch etwas viel schleifen lassen. Viele haben einen anderen Lebensmittelpunkt, Studium, Arbeit, Freundin. Es ist nichtmehr so wie vor 5 Jahren als es einfach nur die „Clique“ gab und alles andere Nebensache war. Ich trau mich nicht mit irgendjemandem über die ganze Sache zu reden. Ich trau mich nicht ein Mädchen kennenzulernen mit der Angst wieder verletzt zu werden. Ich trau mich nicht einem Mädchen meine Gefühle zu zeigen mit der Angst abgewiesen zu werden. Eventuell kenne ich da ja jemanden, schon seit längerem, aber wie auf die Person zu gehen? Merkt sie es überhaupt? Wie mit Abweisung umgehen? Wie Selbstvertrauen bekommen? Mache ich damit die Freundschaft kaputt? Mich lächerlich? Ich mache stur weiter in meinem nach außen hin so perfektem Leben. Ich bin soweit das ich seit 3 Wochen Antidepressiva nehme und mich trotzdem schlecht fühle. Meine Eltern und Freunde wissen davon nichts. Ich kann so etwas einfach gut verstecken. Und genau diese Umstände führen dazu, dass ich mich noch weniger traue mich jemandem anzuvertrauen. In der Angst als komisch oder seltsam abgestempelt zu werden. Ich habe absolut kein Selbstvertrauen mehr. Ich denke zu rational und zu viel.
Dieser Text soll nicht missverstanden werden und angeberisch wirken. Jeder der mich kennt oder kennenlernt weiß das ich zurückhaltend bin. Die wenigsten Leute wissen was ich bisher erreicht oder geleistet habe. Ich will das auch nicht, die meisten fühlen sich sofort eingeschüchtert und verstellen sich dadurch. Oder werden einfach nur zu „falschen Freunden“.
Eins weiß ich jetzt, was ich mir noch vor ein paar Jahren nicht hätte vorstellen können.
Geld allein macht nicht glücklich, auch wenn viele Leute das denken.
Man kann einer Beziehung nachtrauern und trotzdem bereit für etwas neues sein weil man die alte Person nichtmehr will. Traurig ist man deshalb doch noch. Nur ist eine neue Person das Beste um eine alte zu vergessen.
Smile, because it confuses people.
Smile, because it´s easier than explaining what´s killing you inside.
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